Donnerstag, 26. September 2013

Zu Gast in den Gastlosen

Hugo souverän auf dem Rückweg
Hugo hatte mir im Sommer mal vorgeschlagen ihn in den Gastlosen besuchen zu kommen, wo er mit seiner Familie eine Berghütte hat. Im September klappte es dann. Auf der Hinfahrt hatte das Navi bedauerlicherweise einen schlechten Tag erwischt und machte beim Hochfahren still und heimlich zwischen den Bergen schlapp. Mein geliebtes "oldschool"-Handy liess mich ebenfalls grundlos im Stich, weshalb ich zeitweise die Orientierung verlor und erst ein paar Stunden später bei Hugo ankam, der schon gar nicht mehr mit mir rechnete. Die Hütte liegt an einem richtig schönen Platz unterhalb der Felsen der Gastlosen-Kette. Ich weiss nicht genau wie alt die Hütte ist, aber sie strahlt so richtig eine Art Urigkeit aus, die ich bis dahin noch nie so gesehen habe. 
Mein erster Versuch, 
Photo: Hugo Minnig
Vorher war ich nur zum Skifahren in einer Touristen-Hütte gewesen, mit Strom, warmem Wasser, einer gut ausgestatteten Küche und was man heutzutage halt alles noch so zum Überleben braucht. Das fehlte bei dieser Hütte alles, aber es war viel besser, finde ich. Abends zwei dicke Schnitzel in einer alten Eisenpfanne über dem Feuer zu braten war eine tolle Aktion. Im Heu schliefen wir wie Murmeltiere und so begann der nächste Tag auch erst ein wenig später als geplant. Frühstücken, das Gear sortieren und los gings. Nach nur ungefähr zwanzig Minuten laufen waren wir am Spot, wo wir zwei schöne Felszacken in etwa 20m Entfernung voneinander fanden. Der Aufbau ging ziemlich schnell und so waren wir mittags bereits fertig. Hugo bot mir an den ersten Versuch zu machen, was ich nach ein wenig Hin und Her auch sehr gerne annahm. Nach ein paar Catches konnte ich die Line Fullman laufen. Es war das erste Mal für mich, dass ich eine Highline zeitweise kontrolliert und ruhig laufen konnte ohne jeden Schritt zittern zu müssen, was ein sehr gutes Gefühl war. Während ich auf der Line war, kletterte Hugo die Gastlosen weiter hoch und machte ein paar tolle Fotos von oben. Er selbst lief die Line wie gewohnt schön routiniert und hatte so weit ich das beurteilen kann auch seinen Spass, obwohl er sonst deutlich längere Lines läuft. Als wir beide genug hatten und sich das Studentenfutter dem Ende neigte, machten wir uns auf den Heimweg. Nach Hugo’s Vorschlag nannten wir die Line später „Les Dents du Bonheur“.

Geschrieben von Fäbu.