Dienstag, 31. Dezember 2013

"Wie auf dem Kilimandscharo"

Vom Unsinn des Herrn im Vordergrund mal abgesehen, kann man sehen, dass kein Unterschied zwischen 
dem Ende des Bodensees und dem Horizont erkennbar ist.

Kurz vor Neujahr wurden wir von Snöüdel nach Dornbirn in Österreich eingeladen, wo er eine neue Highline über seinem Heimatort aufbauen wollte. Dornbirn liegt kurz hinter der Schweiz-Österreichischen Grenze, so dass man von Bern in drei bis vier Stunden dort ist.
Ich war noch angeschlagen gewesen und hatte es mir deshalb lange überlegt, ob ich überhaupt mitgehen sollte. Zudem hatte Benj ebenfalls keine Zeit. Als ich dann aber mitbekam, dass es sich um eine schöne Plaisir Highline handelte (nur ein paar Minuten vom Autoparkplatz entfernt) konnte ich nicht anders und fuhr mit.
Untergebracht waren Tom und ich in der WG von Snöüdel's Freunden. Ein dickes Danke an dieser Stelle!

Wie es Sekundenbruchteile nach meinem Versuch eines
Exposure-Turns weiterging, verschweige ich hier mal lieber.
Foto: Thomas Buckingham
Am nächsten Morgen klingelte der Wecker eindeutig etwas zu früh! Nachdem wir kurz etwas gefrühstückt hatten, holten wir Pascal und Jonas ab um in Richtung Breitenberg zu fahren. Weder Fahrt noch Zustieg dauerten lange, so dass wir früh oben waren.
Am Spot angekommen befanden wir uns oberhalb einer Felswand, welche etwa 150-200m senkrecht abfiel. Darunter befand sich ein Plateau, nach dem es nochmal einige Hundert Meter abwärts ging. So konnte man gut über die Nahe gelegenen Dörfer sehen. Als sich der Nebel allmählich verzog konnte man bis an den Bodensee schauen.
Teilweise lag der Nebel so über dem See, dass man keinen Unterschied zwischen Nebel und See erkennen konnte, was ein sonderbares Bild ergab.


Da ging es unserem Feuer noch gut.
Nach kurzem Beratschlagen wurde entschieden, dass wir eine 30m Line aufbauen würden. Das Aufbauen ging erstaunlich schnell. So weit ich mich erinnern kann war es das erste Mal, dass wir schneller mit dem Aufbau fertig waren, als wir es geplant hatten. Snöüdel machte eine sichere Erstbegehung und gab der Line später den Namen „Wie auf dem Kilimandscharo“. Das hat mich natürlich gefreut, weil ich in Nairobi geboren wurde und deshalb seit ich klein bin einen gewissen Bezug zum Kilimandscharo habe. Apropos, ich habe noch nie von einer Highline-Expedition dorthin gehört. Eine Highline auf dem höchsten Berg Afrikas - das wär doch was! Das kommt in die Kategorie "Wenn ich mal Zeit und Geld habe"...Doch zurück zum Breitenberg. Am Nachmittag bekamen wir noch zwei Mal Besuch. Zuerst kam eine (vermutlich toll-) wütige Oma, welche sich ohne Grund tierisch über unser schönes Feuer aufregte und es kurzerhand zu löschen versuchte. Das wollte ihr allerdings nicht so recht gelingen. Die Art und Weise wie sie sich aufregte und ihre Löschversuche anging war ziemlich amüsant, so dass es am Ende gar nicht so schlimm war unsere Wärmequelle aufzugeben. 
Danach kamen noch zwei Freundinnen von Snöüdel vorbei. Es wurde geslackt bis jeder genug hatte und dann machten wir uns zusammen zurück auf den Heimweg, wobei man das Kaffi-Schnaps aus dem Hause der Lucerne-Slackers nicht unerwähnt lassen darf. Eine geschichtsträchtige Erkenntnis machten wir an diesem Tag übrigens auch noch, nämlich dass über dem Feuer gegrillte Kokosnus nach Maroni schmeckt. Wer weiss, vielleicht verändert diese Tatsache eines Tages noch die Welt. Abschliessend würde ich mal meinen, diesen Tag kann man beruhigt einen gelungenen Jahrasabschluss 2013 nennen.

Geschrieben von Fäbu.