Freitag, 18. April 2014

Klettern, Slacklinen, Velofahren - Von allem ein wenig

Schlafsack, Zelt, Seil und ein paar Kleinigkeiten sind eingepackt. Eigentlich könnte es jetzt losgehen. Ganz so einfach war’s leider nicht, denn wir hatten uns zum Ziel gesetzt, die ganze Woche mit dem Velo zu reisen. Deshalb verlangte es mir einiges ab, bis ich all das Gepäck endlich einigermassen ausbalanciert und schüttelsicher auf dem Velo hatte.
Um vier Uhr nachmittags starteten wir in Bern. Chris wollte mich die 130km nach Luzern begleiten. Bei wunderschönem Wetter radelten wir in Richtung Langnau und später durchs Entlebuch. Die Strecke hatte sich bis zum Schluss noch ganz schön in die Länge gezogen. Dazu kam, dass wir immer wieder eine Pause einlegen mussten, da Chris mit einem Rucksack und nicht wie ich mit Gepäckträger und Velotaschen unterwegs war. Dies wirkte sich eher negativ auf sein Wohlbefinden aus. Nach gut sechs Stunden erreichten wir ziemlich ausgehungert unser Ziel und füllten uns als erstes die Bäuche. Rückblickend war es dann für uns beide ein tolles Erlebnis und wir freuten uns bereits auf das bevorstehende Wochenende.


Auf dem Programm stand nämlich das Lucerne Longline-Meeting. Wir erreichten am Samstagmorgen die Lidowiese gerade rechtzeitig, um noch beim Aufbau helfen zu müssen. Es gab vieles zum Ausprobieren, zwei Lines Core II, sowie eine Spaceline gehörten zu den speziellen Dingen. Ich begann auf einigen kürzeren Longlines meinen Tag und fasste dann die 115 Meter Line ins Auge. Wenn ich ein Jahr zurück denke, an das erste Longline-Meeting, kann ich mich noch gut an meinen damaligen Rekord erinnern. Ich schaffte erstmals sechzig Meter, heute wärmte ich mich darauf ein bisschen ein. Ich kann immer wieder staunen, wie schnell Fortschritte möglich sind, wenn man an etwas dran bleibt.
Auf meinem diesjährigen Projekt, den 115 Metern, musste ich einige erfolglose Versuche auf mich nehmen. Seit langem war ich auf dieser Line wieder in der Situation, dass ich am Mentalen scheiterte. Ich konnte die Konzentration nicht aufrechterhalten und musste immer wieder von neuem beginnen. Irgendwann konnte ich sie dann aber doch mein Eigen nennen und genoss das Wochenende mit all den anderen Leuten in vollen Zügen. 


Aufwärmen in Osogna
Auch am zweiten Tag lief ich noch einige Lines, konzentrierte mich dann aber doch eher auf das gemütliche Zusammensitzen.
Am Nachmittag bepackten Simu und ich unsere Velos und verabschiedeten uns. Denn die Aussicht auf eine Woche Klettern im Tessin zog uns zu den Velos. Chris musste die bevorstehende Woche wieder arbeiten, deshalb ging’s mit Simu weiter.
Wir radelten um die unzähligen Ecken des Vierwaldstättersees und genossen am nächsten Tag die Abfahrt von Airolo bis nach Osogna. Hier gewöhnten wir uns ein wenig an die Plattenkletterei und verbrachten auch noch einen weiteren Tag in diesem Gebiet.
Später ging‘s weiter nach Locarno ins Gebiet Monte Garzo in der Nähe von Ponte Brolla. Den Rest der Woche verbrachten wir in diesem riesigen Gebiet und kletterten unter anderem Quarzo und Pinocchio.
Auch auf's Slacklinen hatten wir gegen Mitte der Woche wieder Lust. Auf dem Campingplatz von Locarno wurden wir fündig. Ein Kletterer aus Deutschland hatte eine Longline dabei und so kam auch dieses Hobby nicht zu kurz.

Wir entschlossen uns, die Rückreise von Locarno aus mit dem Zug anzutreten. So konnten wir auch an unserem letzten Tag noch fleissig klettern (und essen!). Wir trugen nämlich unseren ganzen übrig gebliebenen Essvorrat bis ins Klettergebiet hinauf und kochten uns eine übervolle Pfanne Risotto zum Abschluss. Gegessen wurde natürlich mit Blick über das Maggiatal bis zum Lago di Maggiore, das gibt fünf Sterne im Minimum!

Geschrieben von Benj.